Die Inklusionslüge


Die Inklusionslüge

Behinderung im flexiblen Kapitalismus

 

Uwe Becker - 216 Seiten 

 

transcript Verlag (2015)


Inhalt

 

Die Debatte um Inklusion hat seit der 2009 in Deutschland in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention deutlich an Popularität gewonnen. Auffällig ist, dass hier oftmals das Bild einer dichotomen Gesellschaft bemüht wird, in der es angeblich ein »Drinnen« und ein »Draußen« gibt. Der Inklusion wird dadurch der Charakter eines »heiligen Projekts« zugeschrieben, durch das Menschen mit Behinderung Aufnahme finden sollen in die Gesellschaft.

 

Dabei werden die Ausgrenzungsdynamiken, die Menschen in den Bildungsinstitutionen, in Arbeitslosigkeit und Armut – begleitet von politischer Diffamierung – erleiden, übersehen. Wenn die ökonomisch gesteuerte, erwerbs-arbeitszentrierte Gesellschaftslogik nicht thematisiert und skandalisiert wird, verkommt Inklusion zum Desaster für Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige, Pädagoginnen, Pädagogen und alle gutwilligen Akteure dieses Projekts.